Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Namentlich

Als ich die Warteschlange hinter mich gebracht hatte und im Callcenter endlich an der Reihe war, langte ich nach Papier und Griffel.

Man hatte mir früh beigebracht, wie eminent wichtig es ist, wenn man den Menschen am anderen Ende der Leitung mit Namen nennen kann. Rückverfolgbarkeit und so. Ausserdem kenne ich niemanden, der es nicht schätzen würde, wenn man ihm/ihr den Namen sagen kann, anstelle eines blutten “Grüezi” oder dem unpersönlichen “Hallo”, das sich neuerdings etabliert hat. Ich mache da keine Ausnahme und habe überdies einen Namen, den man selbst mit geringen Deutschkenntnissen nahezu fehlerfrei aufschreiben kann.

Als sich im Callcenter eine durchaus nette, männliche Stimme meldete, stöhnte ich innerlich auf. Was für ein Vorname! Ich wäre beim besten Willen nicht in der Lage gewesen, diesen Namen aufzuschreiben. Von fehlerfrei gar nicht zu reden. Mir schwante, dass es mal wieder peinlich werden würde, wenn ich X mal nachfragen müsste, bis ich den Nachnamen einigermassen auf sicher zu Papier gebracht hatte.

Früher war das einfacher. Da hiess man Baumgartner, Hagedorn, Inglin, Giezendanner, Meister. Alles wohlbekannte Namen, die man auf Anhieb verstand. Und selbst als ich während meiner Ausbildung mit so absurden Namen wie Schlussnuss, Rosskothen oder Offenloch konfrontiert war, gelang es mir doch immerhin, diese so treffsicher aufzuschreiben, dass der Wiedererkennungseffekt garantiert war. Mit all den Ics und Vics, Omodumdingdengs, Ökülliysem und Hibividudas, die allesamt lupenreines Schweizerdeutsch sprechen mögen, ist das etwas schwierig geworden.

Ich entspannte mich deshalb sichtbar, als mein Gesprächspartner mit dem unverständlichen Vornamen schlicht und einfach Gubler hiess. Damit hätte er – zumindest genealogisch gesehen – sogar mein Nachbar sein können.

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5 Antworten zu “Namentlich

  1. Werner Ammann 28. Februar 2015 um 22:15

    Ich hab auch so Erfahrungen gemacht am Arbeitsplatz. Wenn mal wieder ein neuer kam mit einem Namen, den ich dreimal nachfragen musste, bis ihn nur mal wiederholen konnte.
    Gross war jeweils die Erleichterung, wenn der dann sagte: Nenn mich einfach Abi, das ist einfacher! So gehts dann wirklich ganz einfach 😉

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  2. Gabi 3. März 2015 um 13:25

    Ja, die Sache mit den Namen. ☺ Und ich muss ehrlich zugeben, am Telefon versteh ich die meist sowieso eher schlecht.
    Gubler ist ein Vorname?
    LG Gabi

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