Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Nächtliche Morgenröte

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Lieber Sonnenaufgang

Im Allgemeinen bin ich mit deiner Performance ganz zufrieden. Du erscheinst zuverlässig, wenn man dich braucht. Bietest anständigen Service, angeblich das beste Netz für mobile Telefonie und bist bezahlbar.

Was du dir allerdings gestern Nacht geleistet hast, hat mich nicht einmal ansatzmässig begeistert. Verschickst du mir um 03.18 Uhr ein SMS, um mir eine Tarifänderung bekanntzugeben! Sag mal, spinnst du eigentlich???

Hast du noch nie was davon gehört, dass um diese Uhrzeit der Grossteil der Menschheit im Land der Träume weilt? Und dass ein beachtlicher Teil der Menschheit sein Handy auch als Wecker braucht und es folglich auf dem Nachttisch liegt?

Du hast heute morgen früh nicht nur mich, sondern auch meinen innig geliebten Mitbewohner aus dem Schlaf gerissen. Und Letzterer wollte dann unbedingt wissen, was es so Wichtiges gäbe, was man uns zu so hinterhältiger Zeit benachrichtigen müsse. Als ob das in einem Satz erklärt gewesen wäre!

Mit einem gewissen Ansatz von Hoffnung habe ich – nicht etwa mitten in der Nacht, sondern zu Bürozeiten – dein Callcenter angerufen. Dort konnte man mich beruhigen. Es sei nicht das erste Mal vorgekommen, dass Kunden noch vor dem Morgengrauen SMS erhalten hätten. Der Computer verschicke diese, da könne man halt nichts machen.

Zum Glück gibt’s Computer. So ist wenigstens jemand Schuld, den man nicht entlassen kann.

Ich allerdings, ich könnte mir überlegen, einen anderen Handy-Anbieter zu suchen. Für so etwas bräuchte ich keinen Computer und nicht mal eine faule Ausrede.

Mit verärgerten, unausgeschlafenen Grüssen

Frau Flohnmobil

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11 Antworten zu “Nächtliche Morgenröte

  1. Spottdrossel 29. Januar 2015 um 16:47

    Mein Chef war Frühaufsteher (ich bin es definitiv nicht) und hatte die nette Angewohnheit, morgens vor 6 einen Schwung „Bitte Rückruf“-SMS unters Volk zu verteilen.
    Das Handy lag natürlich als Wecker oberhalb vom Bett auf der Konsole und der ganze Wohnwagen diente als Resonanzkörper, weil dank lauter Baumaschinen auch Vibrationsalarm eingestellt war.
    Einen Beinahe-Herzinfarkt später wurde die Sitte eingeführt, abends alle verdächtigen Funktionen stumm zu stellen.
    Wie man allerdings mit solchen lustigen Aktionen Kunden gewinnen will, ist mir schleierhaft – ich könnte wetten, mit einer simplen wenn-dann-Programmierung könnte auch ein Computer lernen, wann er unerwünscht ist.

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  2. notiznagel 29. Januar 2015 um 18:52

    Warum brauchst DU einen Wecker mit so vielen Funktionen?

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  3. runningtom 29. Januar 2015 um 23:47

    Mich hat der Marktführer heute zu Bürozeiten angerufen um mir für die grosse Treue zu danken und mich auf Aktionen und Sparmöglichkeiten aufmerksam zu machen 🙂

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  4. Pingback: Unglücks-Chlötzli | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

  5. messerschaf 3. Februar 2015 um 07:57

    Ich find an diesen modernen Handys am aller aller schlimmsten, dass man sie nicht mehr ausmachen kann, wenn man die Weck-Funktion nutzen will…. Was soll das denn? Die alten konnten das doch auch… und das nennt sich Fortschritt……

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