Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Going nuts

In die lange Liste von Dingen, die ich in der Küche nicht gerne tue, hat sich nebst Juliennes schneiden, mit dem Spritzsack hantieren, caramellisieren und flambieren etwas Neues eingereiht: Haselnüsse häuten.

Es tönte so einfach und trieb mich dennoch in den Wahnsinn. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen, die Nüsse für 10 Minuten auf dem Backblech in den Ofen, warten bis die Häutchen springen, ein feuchtes Tuch drauf, hin und her reiben und schon geht’s.

Also bei mir hat es nicht so einfach geklappt. Es hat mich einiges an Nerven gekostet, die Haselnüsse zu enthäuten und selbst mein innig geliebter Mitbewohner konnte sich für einmal mit faulen Sprüchen zurückhalten, weil er merkte, dass die Luft in der Küche ziemlich dick war. Irgendwann gab ich den Geist auf und beschloss, der Kuchen werde wohl auch essbar sein mit ein paar wenigen Häutchen dran.

Und ob er das war! Der verkehrt gebackene Schokolade-Kuchen von Betty Bossi mit den caramellisierten Haselnüssen und einer Prise Fleur de Sel war ein Gedicht! Und ich werde ihn ganz bestimmt wieder mal backen. Aber ganz bestimmt werde ich es mir nicht mehr – NIE MEHR! – antun, Haselnüsse zu häuten. Dafür werde ich Nüsse verwenden aus der Kategorie „kein Häutchen dran“, Macadamias, Cashews, blanchierte Mandeln oder Erdnüsse. Ein zweites Mal erwischen Sie mich nicht, Frau Bossi!

Endlich ist mir klar, woher im Englischen der Begriff „going nuts“ kommt.

Welche Verrichtungen in der Küche treiben euch in den Wahnsinn?

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13 Antworten zu “Going nuts

  1. AnDi 3. Oktober 2014 um 19:39

    Ja, „going nuts“ erklärt sich damit wahrlich. Und wir schließen uns Dir an, wir mögen in der Küche genau diese Arbeit nicht! Macht einen kirre!

    LG und einen schönen Abend
    AnDi

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  2. schreibschaukel 3. Oktober 2014 um 20:14

    Alles ausser essen…?

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  3. Elli 4. Oktober 2014 um 13:40

    Wenn noch was übrig ist, bitte einpacken und mir zuschicken! 🙂

    Walnüsse knacken ist auch so eine fiese Arbeit.
    Danach ist meine Stirn immer grün und blau.

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  4. Seifenfrau 5. Oktober 2014 um 08:07

    Was ist das für eine Frage?
    Ich hätte einen ganzen Katalog von Dingen, die mir in der Küche den letzten Nerv rauben!
    Da fang ich jetzt lieber gar nicht an!

    Schönen Sonntag!

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  5. hrzcamper 5. Oktober 2014 um 13:23

    Warum schälen? Versteh‘ ich nicht…

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    • Flohnmobil 6. Oktober 2014 um 10:42

      Ich denke, das hat – einmal mehr – etwas mit dem Erscheinungsbild zu tun. Durchs Caramellisieren dürfte ein Teil der Häutchen ohnehin abspringen und diese würden dann vielleicht etwas unschön herumdümpeln. Bei mir hatte es ja auch noch ein paar Häutchen drin, ich glaube aber nicht, dass die den Geschmack gross beeinträchtigt haben.

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  6. Spottdrossel 5. Oktober 2014 um 22:01

    Grins – für Julienne liebäugele ich mit so einem Dingsbums, was wie ein Kartoffelschäler funktioniert, nur spuckt er halt Streifchen aus. Wirkt simpel und spülmaschinentauglich.
    In meiner Küchenanfangszeit hatte ich mal ein traumatisches Mandelhauterlebnis, ich fühle also mit… 🙂 .

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