Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Die Qual der Wahl querbeet

Gemüse haben wir hier zuhauf. Dass im Garten mehr wächst, als wir essen können, liegt auf der Hand, soll der Garten doch eine fünfköpfige Familie ernähren. Wir futtern und futtern und futtern so schon viel mehr Gemüse als daheim. Und zum Frühstück kann ich nicht auch noch Salat essen, bin ja keine Kuh.

Wenn sich etwas einfrieren lässt, ist es kein Problem, Platz in der Gefriertruhe hat es genügend – neben den Schnecken. Was aber mache ich mit all den Gewächsen, die nicht gefriertauglich sind? Zucchini können nicht eingefroren werden, zu viel Wasser. Blattsalate auch nicht. Das habe ich zwar noch nie probiert, kann mir das Resultat aber leidlich vorstellen. Ich muss sie aufschiessen lassen (Salate) oder den Schweinen und Kaninchen füttern (Salate und Zucchini). Die Kaninchen finden übrigens so ein zartes Kopfsalätchen – auch wenn es aufgeschossen ist – sehr, sehr lecker.

Gewisse Sachen erledigt die Natur von selber. So haben wir heute einen Blumenkohl entsorgt, der zu faulen begonnen hatte, kaum hatte er sich als Blumenkohl zu erkennen gegeben.

Bleibt aber immer noch mehr als genügend Gemüse, um Abwechslung auf den Teller zu bringen. Bohnen, Kefen (Zuckerschoten), Randen (rote Bete), Tomaten, Gurken, Rüebli (Möhren), Broccoli, Fenchel, Zucchetti. Ich finde es total cool, gegen Abend in den Garten zu gehen und mir die Frage zu stellen: „Was koche ich denn heute eigentlich?“ Für Gartenbesitzer sicher nichts Neues, aber für mich, als Temporärgärtnerin ein Hochgenuss.

Ein gewisses Überangebot haben wir bei den Stachelbeeren angetroffen. Diese Beeren kaufe ich zu Hause nie, ich habe immer gedacht, sie seien sacksauer. Sind sie aber eigentlich gar nicht. Zumindest nicht, wenn sie ausgereift sind und in diesem Zustand könnte ich sie daheim nie kaufen. Ich habe sie auf alle möglichen Arten verwertet. Marmelade, Auflauf, Kuchen mit und ohne Baiser, Dessert. Mein persönlicher Hit ist ein Stachelbeer-Tiramisu. Das Rezept habe ich mir selber ausgedacht und weil ich hier exakt weiss, welches Huhn welches Ei gelegt hat und wie alt es ist, habe ich es auch wieder mal gewagt, rohe Eier zu verwenden.

Trotzdem habe ich zu diesem garstigen Gestrüpp ein ambivalentes Verhältnis. Und dieses gründet in meiner eigenen Sprache. Heissen diese Beeren auf Deutsch völlig zu Recht „Stachelbeeren“, nennen wir sie „Chruselbeeri“. Mit chrüsele, also kitzeln, hat das nun wirklich nichts zu tun. Eidgenoss, wo hast du bloss dieses Wort her?

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4 Antworten zu “Die Qual der Wahl querbeet

  1. Zimi 31. Juli 2014 um 15:32

    Der Garten sieht wirklich toll aus – ich denke zum giessen braucht ihr auch viel Zeit oder? Wir haben nun wegen dem Feiertag ein langes Wochenende – das Wetter wird auch langsam wieder besser. Es ist einfach immer wahnsinnig tüppig bei uns. Gruss Jürg

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  2. AnDi 31. Juli 2014 um 18:26

    Was für ein toller Bauerngarten! Genieße den Luxus so lange es geht!!!

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    AnDi

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