Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Hüänärhüätä

Habt ihr euch schwer getan mit dem Titel dieses Blogs? Dann ist es euch nicht besser ergangen als mir, als mir eine Freundin, die konsequent im Dialekt schreibt, uns viel Spass beim Hüänärhüäte wünschte.

Ja, diese Hühner, sie sind ja eigentlich ganz pflegeleicht. Wasser, Futter, Auslauf. Nach dem Debakel vom letzten Jahr wollten wir auf jeden Fall ein Remake verhindern. Das wäre beinahe missraten, kam doch schon am zweiten Tag der frei laufende Hund einer Nachbarin daher und jagte hinter den armen Federviechern her. Zum Glück waren wir zu Hause und konnten so Schlimmeres verhindern. Der eine Hahn hat nun etwas struppige und massiv weniger Schwanzfedern. Mehr ist dank unserer Intervention nicht passiert. Die Hundebesitzerin war natürlich – wie alle Hundebesitzer – aufgelöst und hat – wie alle Hundebesitzer – beteuert, ihr Hund hätte so etwas noch nie gemacht.

Seither lassen wir die Viecher nur noch raus, wenn wir anwesend sind. Und darauf bestehen sie sehr wohl. Wir haben aber Anweisung, die Hühner erst am Nachmittag raus zu lassen, damit sie ihre Eier ordentlich ins Nest legen und nicht irgendwo in der Wildnis ein Gelege beginnen. Dieses aufzustöbern wäre nämlich schwieriger, als die berühmte Stecknadel im Heuhaufen zu finden.

Wie viele Hühner sind es überhaupt? Wir müssen die Zahl sehr genau kennen, machen wir doch jeden Abend ein Hühner-Inventur, bevor wir das Gehege schliessen. Wir haben zwei Hähne, elf Hennen, fünf dreimonatige Junghennen, eine Henne mit sieben fünfwöchigen Bibeli und eine Henne, die legal vier Eier ausbrütet.

Was mich immer wieder erstaunt: die innere Uhr der Hühner. So sehr sie am Morgen an der Türe ihres Geheges stehen und Ausgang begehren, sie gehen (von ein paar unrühmlichen Ausnahmen abgesehen) jeden Abend freiwillig zurück in den Stall. Um 18.00 Uhr sind sie meist schon auf dem Stängeli. Und dann kann man sie gemütlich einzeln durchzählen.

Vielleicht wundert ihr euch, weshalb es hier gleich zwei Hähne gibt. Das hat damit zu tun, dass der letztjährige Hahn unter unserer Obhut das Leben lassen musste. Der danach als Super-Güggel eingekaufte Hahn gefiel der Besitzerin letztlich doch nicht und so kaufte sie sich kurzerhand einen zweiten dazu. Dieser ist übrigens auf dem Bild zu erkennen. Der erste Hahn ist – aus menschlicher Sicht, die Hennen sehen das vielleicht anders – ziemlich hässlich. Noch schlimmer: Er kann nicht mal richtig krähen. Wir hätten ihm ja gerne Nachhilfestunden erteilt. Aber was nützt es in Schweden, wenn ein Güggel jodeln kann?

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14 Antworten zu “Hüänärhüätä

  1. Basilikum 28. Juli 2014 um 21:17

    chiet schöner als Hennähüätä

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  2. Werner Ammann 28. Juli 2014 um 21:23

    Hüänärhüätä … beim ersten Hinsehen dachte ich an irgendein schwedisches Wort, und dass bald drauf eine Erklärung folgt. Ich bin dann aber selber draufgekommen 😉
    Ich habe momentan bei meiner Nachbarin eine Katze zu versorgen. Das ist das Nachzählen nicht so aufwendig! Viel Spass noch mit euren Hüänärn.
    Gruess vom Werner

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  3. der Muger 28. Juli 2014 um 21:30

    ich beneide dich um die Zweibeiner 😉
    liebe Grüsse vom Muger

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  4. Zimi 29. Juli 2014 um 11:32

    Du könntest doch den Jodler-Güggel aufnehmen und mit einem Clip in den Blog stellen – smile. Gruess Jürg

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  5. Spottdrossel 29. Juli 2014 um 18:50

    Meine Schwägerin fragte mal „wenn Du Deinen Hahn schlachtest, findest Du da drin dann einen kleinen Wecker?“
    Feierabend geht aber nach Sonnenstand, wobei mich wundert, daß so ein Mittsommerhuhn so pünktlich ins Bett geht. Oder schauen die mangels Sonnenuntergang tatsächlich nach der Kirchturmuhr? Fragen über Fragen… Würde ich momentan um 18 Uhr einsperren wollen, würde ich nur ein paar verächtliche Blicke ernten.

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    • Flohnmobil 29. Juli 2014 um 21:54

      Unsere Truppe ist neuerdings auch etwas weniger diszipliniert. Vor allem die Jugend ist aufmüpfig und braucht eine Extra-Einladung. Die gesetzteren Damen sind dagegen sehr vorbildlich. Würde grad noch fehlen, dass die Viecher nach dem Sonnenstand in die Heia hüpfen.

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      • Spottdrossel 30. Juli 2014 um 11:16

        Im ersten Jahr haben sich meine Dicken fröhlich in die Tür gesetzt, um in Ruhe den Sonnenuntergang zu besichtigen. Ich durfte sie dann einzeln reinstopfen.
        Mit den Sachsenhühnern ist das leider nicht so einfach, wenn sich diese pubertären Hühnchen falsch behandelt fühlen, rennen sie aus Prinzip nochmal quer über die Wiese.
        Saubande… 😉

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