Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Streckenrekord

Heute für einmal eine Anekdote aus dem reichhaltigen Repertoire meines innig geliebten Mitbewohners, die er immer wieder gerne erzählt.

Noch heute ist er stolz auf seinen persönlichen Rekord für die Bewältigung der Strecke von seinem damaligen Wohnort westlich von Zürich nach Silvaplana an die Corvatschbahn. Mit seinem Porsche feilte er seinerzeit die gut 200 km in knapp zwei Stunden. Dem topografisch unwissenden Leser mag das als nicht allzu schnell erscheinen. Es gilt jedoch zu erwähnen, dass es die Alpen zu überqueren gilt.

Wenn er seine Geschichte jeweils zum Besten gibt, hört man es in den Hirnwindungen seines Gegenübers richtiggehend rumoren. In der Regel ist die Strecke bekannt, zumindest ansatzweise, und man weiss, dass nebst dem Julierpass mit seinen zahlreichen Kehren auch sonst noch diverse Kurven am Weg liegen. Der oder die Zuhörer sind meist ziemlich beeindruckt von der Fahrleistung des Mitbewohners, rechnen sich wohl insgeheim aus, an wie vielen Geschwindigkeitsbussen er vorbeigeschrammt sein muss.

Erst dann lässt der Mitbewohner die Katze aus dem Sack: Damals hörte die Autobahn am linken Zürichseeufer entlang bei Lachen auf. Wie also war es möglich, 200 Kilometer in weniger als zwei Stunden zu absolvieren?

Dann erklärt der Mitbewohner jeweils mit seinem verschmitzten Lachen, für das ich ihn so innig liebe: „Damals gab es auf unseren Strassen noch keine Geschwindigkeitsbeschränkungen. Ich bin teilweise mit 120 durch die Dörfer gefahren.“

Gefahren? Dem würde ich eher tief fliegen sagen. Ein zeitgemässes Navi gibt übrigens für die Strecke nahezu drei Stunden an.

Das Schloss Crap da Sass stand schon, als es im Engadin noch keine Autos gab. Und erst recht keine tieffliegenden Porsches.

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4 Antworten zu “Streckenrekord

  1. Seifenfrau 17. März 2014 um 09:06

    Ah. Mir fällt auch was ein zu Geschwindigkeit und Schweiz:
    Ein bekannter Verwandter erzählte uns vor ein paar Tagen, dass er überraschend einen Bußgeldbescheid aus der Schweiz bekam. Ganze 4km/ fuhr er wohl vor ungefähr einem halben Jahr zu schnell, und muss nun ein Vermögen dafür berappen. Oder einen Tag ins Gefängnis dort. Wofür er allerdings ziemlich hohe Gefängnis-Verpflegungskosten zahlen müsste.
    Nun…

    So ist das wirklich eine schöne Anekdote deines innig geliebten geliebten Mitbewohners! Respekt!
    …muss ich mal bei Gelegenheit dem bekannten Verwandten erzählen…

    liebe Grüße!

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    • Flohnmobil 18. März 2014 um 18:00

      Ich weiss aus eigener leidvoller Erfahrung, wie schnell man zu schnell unterwegs sein kann. Gerade innerorts wird es halt schnell teuer, da wiegen ein paar km/h zu schnell schwerer als auf der Autobahn. Aber bei uns gibt es wenigstens keine Knöllchen. 😉

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  2. runningtom 17. März 2014 um 21:30

    Wie die wohl früher ohne Autos zu dem Schloss gekommen sind? 😉

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