Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Kostbare Hinkelsteine

Wenn wir fernab der Heimat unterwegs sind, haben mein innig geliebter Mitreisender und ich öfters die Erfahrung gemacht, dass wir als Touristen gelegentlich unerwünscht sind. Nicht selten vermitteln uns die Einheimischen den Eindruck, dass es ihnen eigentlich am liebsten wäre, wir würden unsere Kohle da lassen und uns selber möglichst schnell wieder aus dem Staub machen. So geschehen beispielsweise an der kroatischen Küste, in Tschechien oder auch in England. Diese kurze Auflistung ist übrigens alles andere als vollzählig, und es gehören sowohl Destinationen dies- wie jenseits der Schweizer Grenze in diese unrühmliche Galerie.

In England fühlten wir uns insbesondere mit dem Wohnmobil als durchwegs unerwünscht. So bietet Südengland auch keine Infrastruktur für Womi-Reisende. Stellplätze nach unserem Verständnis gibt es nicht (mag sein, dass sich das seit damals geändert hat), die Campingplätze sind eher für Zelte ausgerichtet.

Eine der zahlreichen Attraktionen Englands sind offenbar die Hinkelsteine von Stonehenge. Als der Mitreisende und ich im Sommer 2008 mit dem Ziel Irland den Süden Englands durchquerten, statteten wir diesen Hinkelsteinen einen Besuch ab. Und wurden sowohl vom Besucheransturm wie von den Preisen beinahe erschlagen. Schon auf dem vollbesetzten Parkplatz wurden wir um die ersten 3 £ erleichtert. Dafür sparten wir uns die 6.5 £ für den Eintritt und begnügten uns – wie zahlreiche andere Besucher – mit dem Anblick der Steine durch einen Maschendraht-Zaun, der das ganze Gelände umgab. Wir waren uns schnell einig, dass wir auch so genug sahen.

Mag sein, dass wir dem altehrwürdigen Gestein, von dem nicht bekannt ist, wieso und auch wie es hierher kam, zu wenig Demut entgegen brachten. Ich musste jedoch dem Mitreisenden beipflichten, dass wir uns den Umweg für diesen „Gravel“ (Kieselsteine) hätten sparen können.

Mittlerweile habe ich bei Wikipedia gelesen, dass das ganze Gelände und das bei unserem Besuch offenbar noch provisorische Besucherzentrum umgemodelt wurde und zwei Kilometer von den Hinkelsteinen entfernt eine neue Abknöpfmaschinerie, sorry ein neues Besucherzentrum, erstellt wurde. Die Eintrittspreise wurden moderat um gut 100 Prozent angehoben. Ich will niemandem den Besuch in Stonehenge vergraulen, aber so verschaukelt wie dort fühlten wir uns lange nicht mehr.

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5 Antworten zu “Kostbare Hinkelsteine

  1. BambooBlog 9. Februar 2014 um 16:10

    Himmel, was ist denn los, dass Ihr Euch unerwünscht fühlt? Ich hab noch nirgendwo auf dieser Erde diese Erfahrung gemacht. Für etwas über Stonehenge empfehle ich http://family4travel.wordpress.com/2014/01/29/stonehenge-mit-kindern/

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    • Flohnmobil 9. Februar 2014 um 17:22

      Hallo BambooBlog, willkommen im Flohnmobil!
      Wieso haben wir uns schon öfters unerwünscht und ihr euch noch nirgends unerwünscht gefühlt? Mir fehlt grad die Zeit und Musse, in deinem Blog nachzuschauen, wo du schon überall warst (reinschnuppern werde ich gewiss demnächst) um vielleicht schon eine erste Antwort darauf zu finden. Wir empfinden es einfach so, dass man von den Touris häufig am liebsten nur das Geld hätte, ansonsten sollen sie sich unsichtbar machen.
      Herzliche Grüsse
      Bea

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  2. englandliebhaber 9. Februar 2014 um 16:42

    Ich bin auch immer nur an Stonehenge vorbeigefahren. Die Eintrittspreise waren mir als Einheimische auch zu teuer. Ich habe diese Steinen nur von weitem bewundert und es dabei belassen.

    Es stimmt, dass es Leute im Wohnmobil nicht so einfach in England haben. Man muss Mitglied eines Camping- und Caravaning Clubs sein. Das waren wir für viele Jahre. Wir haben ein Zelt; aber jedes Mitglied hat eine Mitgliederbroschüre jährlich zugeschickt bekommen und man konnte auch mit dem Wohnmobil einen Stellplatz bekommen.

    Die Deutschen sind ein bisschen fortschrittlicher in dieser Hinsicht. Aber die Engländer wollen Leute wie die sogenannten „Travellers“ nicht befürworten. Teilweise liegt es daran, dass einige dieser Reisenden das Land von Bauern verwüstet zurückgelassen haben. Plötzlich kamen Hunderte von Leuten an und haben einfach den kompletten Müll hinterlassen. Für so einen armen Bauern kann dasa ein endgültiges „Aus“ bedeuten, wenn seine ganze Ernte zertrampelt ist.
    Am meisten sind die Obrigkeiten gegen die „New Age Travellers“. It is an ongoing dispute.

    Diese Auseinandersetzungen sind so ähnlich wie die, die wir Deutschen früher mit Hausbesetzern hatten.

    Wer nun Recht hat, ist die große Frage. Die Travellers sagen, dass jeder ein Recht hat, frei zu sein und herumzuziehen, wie ein jeder will. Die Gemeinde könnte natürlich, solche Plätze einrichten, wo die Travellers gegen eine geringe Gebühr übernachten könnten, so wie das in Deutschland schon lange Usus ist. Aber hier wird mit brutaler Gewalt gegen solche Leute vorgegangen. Das schürt natürlich Hass.

    Das Schlimmste ist, wenn kleine Kinder in den Konflikt mit hineinbezogen werden. Ich bedaure diese Vorgänge.

    Vielleicht kann England da noch von Deutschland lernen.

    Trotz dieser Konflikte:

    Leute, die einen festen Wohnsitz haben und Mitglied eines Clubs sind, können auch mit dem Wohnmobil gut durch England reisen. Man muss nur seine Reise besser planen und ein paar mehr Gebühren zahlen. Das gilt für Briten und Touristen gleichermaßen.

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    • Flohnmobil 9. Februar 2014 um 17:26

      Solange es Leute gibt, die Wohnmobil-Reisende als minderbemittelte Fahrende anschauen und sich die Wohnmobil-Reisenden so verhalten, wie du das beschrieben hast, wird es immer Konflikte geben. Da sind gewissen Womi-Fahrer alles andere als unschuldig dran.
      Ich habe viele Länder Europas mit dem Womi bereist, so schwer wie in England wurde es mir nirgends gemacht. Das erklärt sicher auch, weshalb so viele Briten auf dem Kontinent reisen. Am Wetter alleine kann’s ja nicht liegen…

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