Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Traumziel

Jeder hat so seine Reisedestinationen, wo er gerne mal hin möchte. Ich hab sie selbstverständlich auch. Insbesondere aber habe ich ein Reiseziel, wo ich ganz bestimmt nie hin möchte:

A v o r i a z

Diese Skistation in den Savoyer Alpen widerspiegelt für mich in scheusslichster Art und Weise den heutigen Massentourismus. Der autofreie Ort auf über 1’800 m, der in den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Boden gestampft wurde, muss über tausende von Betten verfügen. In Hochhäusern mit zwanzig oder auch mehr Geschossen hausen die Wintersportler auf engstem Raum. Ich kenne die französische Ferienwohnungs-Wohnkultur in solchen Retortenstationen aus eigener Erfahrung, wenn auch nicht von Avoriaz. Jedes Kaninchen im Stall verfügt über mehr Platz! Eine Wohnung mit gut 30 m2 ist für sechs Personen ausgelegt. Wenig Komfort für viel Geld!

Auf diesem Bild sieht man nicht einmal die Hälfte von Avoriaz. Zwei Sessellifte führen direkt durch den Ort, der im Sommer verwaist sein dürfte. Nicht selten sieht man vom Sessellift aus direkt in die Kaninchenställe, pardon Wohnungen.

Die meisten Häuser sind direkt mit Skis anfahrbar, das Auto muss weit ausserhalb der Retorte zurückgelassen werden. Ich wage mir kaum vorzustellen, wie es hier in der Hochsaison zu und her gehen mag, wenn An- und Abreisetag ist!

Da lobe ich mir das geruhsame Morgins auf der Schweizer Seite des riesigen Skigebiets Portes du Soleil. Wenn sein berühmtester Sohn, Didier Défago, nicht gerade ein Skirennen gewonnen hat, geht es hier durchwegs geruhsam zu. Und das weiss ich zu schätzen.

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2 Antworten zu “Traumziel

  1. notiznagel 31. Januar 2014 um 22:22

    Eigentlich müsste den Architekten und Behörden, welche damals den Mut hatten diese verdichtete Bauweise zu realisieren, ein Kränzchen gewunden werden. Die Häuserpyramiden passen gar nicht so schlecht in die Landschaft, find ich. Immer noch besser als ganze Hänge mit einzelnen Häusern zu zupflastern.
    Was mir allerdings gar nicht gefällt, ist wie sich heute alle und jeder auf einfachste Weise, ohne Anstrengung, in Winterlandschaften gelangen, die sie und er, ohne technische Unterstützungen von Strassen, Bahnen und Liften nie erreichen würden.
    Doch welche Region mit solchen Reserven kann oder will darauf verzichten diese, schreiben wir mal zu nutzen statt auszubeuten. Sie jedem der will für eine Haufen Geld zu überlassen?

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    • Flohnmobil 2. Februar 2014 um 12:10

      Ich finde eigentlich auch, dass es auf den Bildern nicht halb so schlimm aussieht, wie es in Wirklichkeit ist. Und ausserdem bin ich dafür, dass man dort, wo schon derart viel Schaden angerichtet ist, wie beispielsweise in Avoriaz, meinetwegen noch weiterbauen kann, sofern dann andere Talschaften in Ruhe und Unverfälschtheit gelassen werden.
      Was den Zugang zu ansonsten unerreichbaren Regionen betrifft, hast du die Antwort schon selber gegeben. Und auch du wirst nicht auf touristische Einrichtungen verzichten können. Auch mit dem Womi nicht.

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