Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Guter Rat ist teuer

Wenn ich sagen müsste, wie viele Male ich schon Koffer gepackt habe, müsste ich kläglich eingestehen, dass ich es nicht annähernd sagen könnte. Allein schon die Wochenenden in meinen jüngeren Jahren, an denen ich in die Berge fuhr um zu klettern, Ski fahren, Skitouren zu unternehmen. Dann sämtliche Ferien. Und innerhalb der Ferien auch wieder packen. Nein, ich habe nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung, wie oft ich gepackt habe.

Was ich dagegen sehr genau weiss: Ich habe immer mal wieder etwas vergessen. Mal die passenden Socken. Dann den eigens für den Anlass eingekauften Wein. Einmal auch die Gore-Tex-Jacke. Letzteres merkte ich erst kurz unter dem Gipfel des 4’017 m hohen Weissmies und ich kann euch sagen: Es war reichlich frisch dort oben.

Jüngster Streich: Wir fuhren Richtung Bündnerland zu meiner Mutter. Im Geiste ging ich meine Reisetasche durch. Viel hatte ich nicht mitnehmen müssen, war es doch noch Sommer und wir blieben nur drei, vier Tage. Dann – boing – traf mich die Erkenntnis: Ich hatte wieder mal was Wichtiges vergessen. Die Details hätte ich euch gerne erspart, aber sie sind wichtig für den weiteren Verlauf dieses Texts. Ich hatte nämlich keine Unterhosen dabei. Nicht ein einziges Paar. Jawohl. So eine bin ich, die einfach ohne frische Unterwäsche das Haus verlässt. Zum Glück war es unter der Woche und ich konnte mich auf dem Weg nach Brigels mit einschlägigen Textilien eindecken. Für den Spott musste ich an diesem Tag natürlich nicht mehr sorgen.

Meine Mutter hatte mir als Kind immer eingebläut, ich solle jeden Tag saubere Unterwäsche anziehen, man wisse ja nie, wenn ich plötzlich ins Spital müsse, und ich wolle mich doch sicher nicht wegen dreckiger Unterhosen schämen. Aber sie warnte mich nie davor, mit zu wenig oder sogar gänzlich ohne frische Unterwäsche fort zu fahren. Irgend ein Modul der Erziehung haben wir damals offenbar übersprungen.

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11 Antworten zu “Guter Rat ist teuer

  1. Hausfrau Hanna 28. November 2013 um 16:33

    Meine Mutter sagte übrigens wortwörtlich dasselbe,
    liebe Frau Flohnmobil,
    ich nahm es mir zu Herzen…
    Vielleicht auch nur deshalb, weil die Mutter sich mehr geschämt hätte als die Tochter und ich ihr das ersparen wollte… 😉

    Herzlich in den Abend
    Hausfrau Hanna

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    • Flohnmobil 29. November 2013 um 15:52

      Liebe Hausfrau Hanna, das muss eine Standardwarnung der damaligen Mütter gewesen sein. Aber sie hat genützt. Ich musste bis heute nie ins Spital.
      Herzliche Grüsse aus Brigels (diesmal mit Unterwäsche)
      Bea

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  2. hrzcamper 29. November 2013 um 06:36

    …über dreissig Jahre dauernd in andern Hotelzimmern – da habe ich auch ein paar mal den Koffer gepackt. Noch immer verfolgen mich Albträume, was man alles vergessen kann… 😉

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  3. Seifenfrau 29. November 2013 um 06:45

    Ja, kenn ich…
    Erst im diesjährigen Sommerurlaub (Walchensee) hatte ich – die Mutter! – keine einzige Socke mitgenommen. Irgendwie daheim liegen gelassen. Der Spott meiner Männer war mir auch sicher!
    Ich bediente mich zuerst bei des Sohnemanns Socken, aber als die rar wurden, musste ich auch welche kaufen.
    Erkenntnis: Man kann ALLES vergessen.

    Später fahre ich dann zum Marktaufbau – mal sehen, was ich heute vergessen habe?

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  4. menzeline 29. November 2013 um 11:49

    Dieses Phänomen kenne ich auch zur Genüge. Bei jeder Reise habe ich bisher immer etwas vergessen, mal war es der Fön, mal die Haarbürste, die Zahnpasta oder die Medikamente, aber Unterhosen habe ich noch nie vergessen.

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  5. Annette Weber 29. November 2013 um 12:52

    Viel schlimmer als Unterhosen und Socken (die kann man ja über Nacht waschen) ist ein Ladegerät für`s Handy. Und das haben uns unsere Mütter garantiert nicht beigebracht!
    Gruß Annette
    Süßer Text und tolles Foto!

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