Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Nicht gesucht und doch gefunden

Im Geiste hatte ich mich bereits von den Pilzen verabschiedet. In der Pilzsaison 2013 würde ich wohl leer ausgehen. Zu Hause, so war ich mir ganz sicher, würden „unsere“ Pilze unter allen Buchen und Tannen spriessen. Doch hier in der Provence, was sollte da schon wachsen? Kaum Humus, viele Steine und vor allem viel zu trocken. Also keine Pilze dieses Jahr.

Vorgestern entdeckte ich auf einem Spaziergang mit dem Goldschätzchen plötzlich am Wegesrand einen grossen weissen Champignon. Und was machte Goldschätzchen? Pisste respektlos dran!!! Okay, den Pilz hätte ich ohnehin stehen lassen, es müsste schon ein Steinpilz sein, damit ich mich wegen einem einzigen Exemplar bückte.

Dann kam dieser Weg auf der heutigen Wanderung, der uns einem ausgetrockneten Bachbett entlang führte. Etwas untypisch südfranzösisch wuchs dort Gras unter mächtigen Birken. Und dann stand doch da tatsächlich ein Pilz. Und der Pilz entpuppte sich als Birkenröhrling. Und neben dem Pilz stand ein Klon. Und noch einer. Und noch einer. Ich war völlig von Sinnen, konnte mein Glück nicht fassen. Ein sauberer Schnitt mit dem Taschenmesser, das mein innig geliebter Mithüter immer dabei hat, und die Pilze erwiesen sich als absolut frisch und wurmfrei. Auf einer Fläche von gut zwanzig Quadratmeter entdeckten wir laufend neue Birkenröhrlinge. Die meisten intakt, einige wenige schon zu alt.

Wie gut, dass Frau Flohnmobil immer, aber wirklich immer, in ihrem Rucksack noch einen Plastiksack mitführt. Der kleine Rucksack war nämlich schon voll mit vier geklauten Quitten und was Frau sonst noch legal mit sich rum trägt. Die Pilze wanderten in das nicht ganz optimale Transportbehältnis und das Trio, bestehend aus dem Ehepaar Flohnmobil und dem Goldschätzchen, weiter.

Der Zeiger auf der Waage verharrte bei 1,5 Kilo. Neunzig Prozent der Pilze waren verwertbar. Frau Flohnmobil erkannte trotz ihrem Pilzrausch, dass diese Birkenpilze etwas anders waren, als die, die sie zu Hause jeweils fand. Nicht nur, dass sie viel grösser waren. Nein, sie waren total festfleischig, von schwammig keine Spur und der Stamm glich von der Form her mehr dem eines Steinpilzes als eines Birkenpilzes.

Der grösste Teil des Pilzsegens wird derzeit getrocknet (eine etwas delikate Angelegenheit, fehlt doch der Dörrex), der Rest ist bereits im Verdauungstrakt.

Morgen soll es regnen. Ob sich danach im Wald wieder was tut?

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10 Antworten zu “Nicht gesucht und doch gefunden

  1. Seifenfrau 29. September 2013 um 06:35

    …da scheint ihr ja im Schlaraffenland gelandet zu sein…
    Feigen, Riesenpilze, ockerfarbene Goldadern…
    Weiterhin viel Glück!

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    • Flohnmobil 29. September 2013 um 12:36

      Zum Thema Schlaraffenland: Da würde im Wald noch herrlich duftender Rosmarin wachsen, daneben Thymian und Bohnenkraut. In den zahlreichen Rebbergen warten reife Trauben darauf, gepflückt zu werden, auf dem Markt gibt es Tomaten, die endlich mal wieder so schmecken, wie ich das gerne hätte.
      Aber Pilze, Pilze hätte es im heimischen Wald bestimmt mehr.

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  2. menzeline 29. September 2013 um 09:14

    Der Fund kann sich aber sehen lassen.
    So ein leckeres und frisches Pilzgericht würde ich auch gerne mal wieder essen.
    Aber ich und Pilze, einmal gegessen und dann hör ich den Engelchor. Nee, da lass ich doch lieber die Finger weg.

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  3. Wilde Henne 30. September 2013 um 11:47

    Ich hätte auch gerne Pilze, aber hier ist wirklich einfach tote Hose. Gut, dass ich letztes Jahr so viele Pilze eingefroren, getrocknet und in Gläsern eingemacht habe…

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    • Flohnmobil 30. September 2013 um 20:21

      Kann ich fast nicht glauben. Hier spriesst es nun plötzlich. Aber leider sind da vorwiegend fatale Pilze zum Vorschein gekommen. Siehe mein Blog von heute. Du warst doch mal auf dem Weg zur Pilzkontrolleurin, ist schon ein Knolli, oder?

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