Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Sei nicht Feige!

Ist es nicht ein Jammer? Zu Hause muss man tief in den Sack greifen, um ein paar Feigen käuflich zu erwerben und nur ein paar Breitengrade weiter südlich fallen sie überreif von den Bäumen und Keiner will sie.

Keiner? Irrtum! Ich mag Feigen, ich finde sie etwas vom Besten in Sachen Früchte, was die Natur hervorzubringen vermag. Keine zweihundert Meter von unserer temporären Residenz entfernt steht ein Feigenbaum. Dieser ist schwer behangen mit Feigen. Und diese sind reif. Und von denen gibt’s viele Und ausser mir oder vielleicht ein paar Spaziergängern scheint sich niemand für die grün-violetten Christbaumkugeln zu interessieren. Vor ein paar Tagen schon holte ich ein paar Früchte vom Baum, um meine Freundin Trix davon zu überzeugen, dass man in der Provence nicht bis Oktober warten muss, bis es reife Feigen gibt. Voilà:

Am besagten Baum hat es kiloweise Feigen; die einen noch grün, ein Grossteil reif und bereits zahlreiche Früchte überreif. Letztere plumpsen einfach so vom Baum und ergeben sich widerstandslos ihrem Schicksal als Biomasse.

Wie so oft, wenn ich mit einer neuen Situation konfrontiert bin, regt sich meine Neugierde. Wie vermehren sich Feigen, wo kommen sie ursprünglich her? Wie sieht eine Blüte aus? Als ich bei Wiki nachzulesen begann, hätte mich fast der Schlag getroffen. Da hat sich die Natur nicht nur etwas Feines ausgedacht, sondern etwas Oberkompliziertes dazu!

Aus meiner reichen Ernte habe ich gestern eine Feigen-Tarte gemacht. Wunderbar ist sie geworden. Und weil in Sachen Feige hier ein totales Überangebot herrscht, habe ich grad noch zur Vorspeise ein Rezept der Henne ausprobiert. Zwar mit teilweise etwas improvisierten Mitteln und einem Backofen, der mir nicht richtig sympathisch ist, aber im Grossen und Ganzen gemäss der Anleitung. Mein innig geliebter Mithüter rümpfte zwar anfänglich in Anbetracht des Ziegen-Frischkäses („das mäggelet doch sicher“) die Nase, revidierte seine Meinung aber subito.

Bald sind die Feigen in „unserem“ Garten reif. Unsere Feigen-Kur ist noch lange nicht zu Ende.

Wer wissen will, wie das Gericht aussieht, wenn es profimässig fotografiert wurde, wende sich vertrauensvoll an das Original-Rezept des Wilden Poulets.

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8 Antworten zu “Sei nicht Feige!

  1. Seifenfrau 17. September 2013 um 13:16

    Oh, wie lecker – Feigen.
    Und? Stellst du Feigenkonfitüre her?

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  2. Wilde Henne 17. September 2013 um 13:27

    Boah, da beneide ich Dich aber jetzt – sooo viele Feigen. Ich würde auch – wie von der Seifenfrau vorgeschlagen – entweder Konfi kochen davon oder in Portwein einkochen. Mmmh, Portweinfeigen… sowas von lecker. Und die dann zu Wild servieren. Jessäss, ich hätte da schon Ideen. Schade, dass Du so weit weg bist mit den Feigen.

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    • Flohnmobil 17. September 2013 um 13:59

      Portweinfeigen? Her mit dem Rezept!!!!!!!!!

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      • Wilde Henne 17. September 2013 um 16:00

        Ähm Rezept… Tja, Du halbierst die Feigen. Dann kochst Du einen Sirup aus Portwein und Zucker und all so leckerem Zeugs… hmmm, die Mengen… grübel… Also auf einen Liter Portwein würde ich mal den Saft von zwei Orangen und einer Zitrone geben (abgesiebt, damit kein Fruchtfleisch drin ist), dann etwa 200 g Zucker oder so, dann zwei, drei Nelken, 1 Zimstange und zwei Sternaniskapseln. Das Zeugs kochst Du auf und lässt es eine Viertelstunde köcheln. Dann gibst Du die halbierten Feigen rein, lässt das ganze einmal aufkochen, fischst die Feigen raus und gibst die in ein sehr sauberes Einmachglas. Dann den Sud wieder aufkochen, resp. jetzt sirupartig einkochen lassen. Den Sirup heiss über die Feigen giessen bis ca. 2 cm unter den Glasrand, die Gläser dann verschliessen. Die Gläser musst Du jetzt im Ofen sterilisieren. Nehme mal an, Du weisst, wie das geht – so als Eichhörnchen… 😉

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        • Flohnmobil 17. September 2013 um 17:00

          Wow, vielen Dank für den prompten Service. 🙂
          Das stellt aber ziemlich hohe Anforderungen an meine temporäre Küche. Ich werde berichten.
          Zuerst mache ich mich jetzt mal an meinen Chüngel, der mich gestern so angelacht hat – nach deinem Rezept à la moutarde.

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  3. messerschaf 23. September 2013 um 09:17

    Ich esse sie meistens getrocknet und da sind sie auch superlecker.
    Irgendwie ist das ein Phänomen, dass gerade die Leute wo etwas in Übermaß0 wächst, sich nicht dafür interssieren, während es andere mit Handkuss nehmen…

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    • Flohnmobil 23. September 2013 um 14:30

      Frisch oder getrocknet – beides ist gut, aber nicht miteinander zu vergleichen.
      Du glaubst gar nicht, an wie vielen Feigenbäumen wir bei unseren Spaziergängen vorbeigekommen sind, unter denen lauter Fruchtleichen lagen. Überfahren, plattgetreten, vertrocknet. Was für ein grausames Schicksal für ein so feines Früchtchen!

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