Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Sur le Pont d’Avignon

¯… l’on y danse, l’on y danse… ¯

Dieses Avignon hätte uns fast um den Verstand gebracht. Wir wollten am vergangenen Freitag mal „schnell“ hin fahren, schliesslich liegt es ja nur gut 50 km von unserem Domizil entfernt. Müsste doch in einer Stunde zu machen sein, befanden wir, und unser Navi ging ausnahmsweise mit uns einig. Wir hatten die Rechnung ohne die Franzosen gemacht, denn die waren auch unterwegs. Und ausserdem war eine „Manifestation“, eine Protestkundgebung, der Handwerker im Gang. Die blockierten ganze Fahrspuren. Als wir endlich leicht genervt an der Stadtmauer ankamen, wo es gemäss Führer Parkplätze haben sollte, hinkten wir unserer Marschtabelle schon weit hinterher. Die Parkplätze waren selbstverständlich proppenvoll und nach mehreren Ehrenrunden fanden wir uns in einem unterirdischen Parkhaus wieder. Dort hatte es – wen wundert es bei diesen Tarifen – Platz in Hülle und Fülle.

Als wir wieder das Licht der Welt erblickten, standen wir direkt vor dem wuchtigen Papst-Palast. Umgeben von zahlreichen Touristen. Wir schleppten uns in ein Café, bestellten eine Tasse Lebensretter und atmeten erst mal durch. Dann schlenderten wir etwas durch die Gassen um uns schliesslich dem Ziel der Ziele in Avignon zuzuwenden: der Pont St. Bénezet.

Von diesem Bauwerk aus dem Mittelalter sind von ursprünglich 20 Steinbogen noch deren vier erhalten. Den Rest hat die Rhône dahingerafft. Frech fand ich übrigens, dass die Franzosen wohl schreiben, die Rhône sei der mächtigste Fluss Frankreichs, aber kein Wort darüber verlieren, dass sie in der Schweiz entspringt. Einfach unverschämt!!!

Für € 4.5 erkauften wir uns den Zutritt auf die Brücke, gähnten in die Fluten hinunter, blickten Richtung Altstadt, die vollständig von einer Mauer umgeben ist. Kaum zu glauben, dass 1935 ganz Avignon unter Wasser stand. Erst mit dem Bau diverser Stauwehre entschärfte sich in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Hochwassergefahr.

Dann war es schon wieder an der Zeit umzukehren. Schliesslich hatten wir ein Hundeviech zu Hause, dass wir angeblich nur 4 Stunden alleine lassen durften. Eigentlich wollten wir demnächst mal nach Aix-en-Provence fahren. Das liegt von uns aus näher als Avignon. Aber unser Reiseführer rät tunlichst davon ab, mit dem eigenen Fahrzeug in die Stadt zu fahren. Dieser Hinweis wäre unseres Erachtens bereits für Avignon angebracht gewesen. Das fand auch Conrad, als wir nach rund sechs Stunden endlich wieder auf der Matte standen.

Madame Flohnmobil beschäftigt sich auf der Pont St. Bénezet mit den Tücken des Audio-Führers.

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7 Antworten zu “Sur le Pont d’Avignon

  1. Seifenfrau 16. September 2013 um 10:40

    Ja, wenn einer eine Reise tut…erlebt er manche Sachen.
    (Hier herrscht wieder Routine.)
    Du kannst wenigstens was erzählen!
    „Eine Tasse Lebensretter“ – nun übertreibst du aber!
    Aber schön übertrieben.
    Liebe Grüße!

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  2. Wilde Henne 16. September 2013 um 14:04

    Hmm, ich war schon oft in Aix mit dem Auto (meine Eltern haben da in der Nähe gelebt). Da hatte ich noch nie Probleme, einen Parkplatz zu finden.

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  3. hrzcamper 17. September 2013 um 09:46

    Schöne Brücke – ohne Frage. Mit dem Fahrrad findet man auch einen Parkplatz – vielleicht aber danach das Fahrrad nicht mehr… 😉
    Aber: heisst es nicht „L’on y danse“?

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