Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Der pinkfarbene Wetterbote

Heute mache ich mit euch einen kleinen Ausflug in die Botanik. Begleitet ihr mich?

Sicherlich habt ihr dieses Gestrüpp schon mal gesehen.

Aber vielleicht wisst ihr nicht, dass es sich hierbei um das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) handelt. Es wächst im Verlauf des Sommers zu einem zünftigen Gestrüpp heran, das bis 1,5 Meter hoch werden kann. Die Sonnenanbeterin bevorzugt Ufer, Böschungen, Kiesgruben und dergleichen. Sie kommt in Höhen lagen bis gegen 2’000 Meter vor. Die zahlreichen Blüten des Nachtkerzengewächses bilden einen Blütenstand ähnlich einer langen Ähre und öffnen sich von unten nach oben. Die sich daraus bildenden Kapselfrüchte enthalten winzige Samen. Ausgestattet mit einem langen Haarschopf kann der Wind diese mehrere Kilometer weit davontragen. Flächen, die etwa durch Kahlschlag oder Waldbrand entstanden sind, werden dadurch rasch wieder besiedelt. Der englische Name „Fireweed“ deutet auf diese Eigenschaft hin, ist die Pflanze nach Waldbränden doch oftmals das erste Grün, das einer derart verwüsteten Gegend wieder Farbtupfer verleiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Gewächs in Deutschland den wenig rühmlichen Namen „Trümmerblume“, weil es sich auf den Schutt- und Trümmerflächen der eingestürzten Gebäude rasch ausbreitete.

Alle Pflanzenteile sind essbar, wem der Sinn danach steht, kann das Gestrüpp als Gemüse oder Salat zubereiten. Aus den Stängeln und Blättern kann man einen Tee kochen, der bei Magen- und Darmentzündungen Linderung bringen soll.

In Alaska, wo die Pflanze ebenfalls in Massen auftritt, gilt die Pflanze als Wetterbote. Haben sich die obersten Blüten geöffnet, dauert es gemäss dem Volksglauben noch zwei Wochen, bis der erste Schnee fällt. Insofern kann ich also gewisse Entwarnung geben. Das Gestrüpp habe ich letzte Woche auf unserer Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg fotografiert – immerhin auf einer Höhe von 1’800 Metern. Da noch nicht mal die Hälfte aller Blüten offen ist, können wir uns folglich auf einen langen, milden Herbst freuen.

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4 Antworten zu “Der pinkfarbene Wetterbote

  1. notiznagel 27. August 2013 um 20:47

    Dank dir für den Botanik-Ausflug. Hoffentlich wird der Herbst mild, wie von Röschen angekündigt.

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  2. Seifenfrau 28. August 2013 um 09:32

    …bei uns im Garten gibt es auch Weidenröschen.
    Weil wir einen naturnahen Garten haben, wächst hier schon mal die ein oder andere Wildstaude.
    Ich mag sie.

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