Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Lauter glückliche Hühner – und ich mittendrin

Die Hühner, so meinte mein innig geliebter Mithüter, seien auf einem Bauernhof seit jeher die Sache der Frau gewesen. Drum würden die Hühner auch hier in unserem Housesit in Schweden in meinen Kompetenzbereich fallen. So die Theorie.

In der Praxis sieht das so aus, dass wir uns die Aufgaben rund um die Viecher teilen. Ich hole die Eier und der Mithüter den Mist aus dem Stall raus. Soll ich da etwa was dagegen haben? Die Hühner dürfen gemäss unserer Hausfrau nicht vor zehn Uhr raus, sonst besteht die Gefahr, dass sie die Eier im weitläufigen Umland legen. Suchen wäre in so einem Fall von wenig Erfolg gesegnet – bei dem Kraut! Sobald ich mich am Morgen dem Gehege nähere, scharen sich alle Hühner beim Törchen und rasen sofort an mir vorbei in die Freiheit. Abends gehen sie alle freiwillig wieder in den Stall und wenn der Mithüter das Gehege schliessen geht, sitzen alle schon brav auf ihrem Stängeli. Zu schade eigentlich, ich hätte ihm zu gerne mal zugesehen, wie er einer Henne hinterher rennt.

Zu unserer Hühnerschar gehören acht Hühner und fünf Küken. Eine der Hennen ist gerade am Brüten. Eine weitere wird auf Schritt und Tritt von ihren vier Küken begleitet. Wenn Hühner glücklich sein können, dann müssen diese Hühner überglücklich sein. Den ganzen Tag können sie frei herumlaufen, nach Belieben in den Rabatten scharren, den Rasen verscheissen und dabei zufrieden vor sich hingackern.

Und dann gibt es natürlich noch den Chef der ganzen Truppe. Ein etwas abartiges Geschöpf, das ständig so gackert, als ob es ein Ei gelegt hätte. Vielleicht ist das in Schweden so. Oder vielleicht auch generell, ich bin ja keine Bäuerin. Denn wie ein ebenso lieber wie aufrichtiger Freund sehr treffend bemerkt hat: Von der Tastatur zur Mistgabel ist ein weiter Weg.

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5 Antworten zu “Lauter glückliche Hühner – und ich mittendrin

  1. Silberdistel 20. Juli 2013 um 18:49

    Ihr habt ja einen richtig harten Arbeitstag mit dem ganzen Getier dort. Aber nett sieht die Truppe schon aus. Am Ende müsst Ihr nachher zuhause auch Hühner haben, weil Ihr gar nicht mehr ohne sein könnt 😉 😀

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    • Flohnmobil 21. Juli 2013 um 09:24

      Das dürfte schwierig werden in unserer Dreizimmerwohnung…
      … ich will ja nicht mein Schlafzimmer zum Hühnerstall umfunktionieren. Ausserdem: auf die Hühnerscheisse kann ich grundsätzlich gut verzichten, die zeiht massenhaft Fliegen an.

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  2. Spottdrossel 25. Juli 2013 um 15:00

    So ein Hahn kann mehr Text als nur „Kikeriki“. Die Bandbreite reicht im Normalfall von „alle mal herkommen, hier ist all-you-can-eat!“ über „werte Dame, hier ist Ihr Nest“, unterschiedliche Warntöne (für Feind am Boden oder Luftangriff) und einmal habe ich bei unserem was gehört, was sich verdächtig nach „halt endlich den Schnabel, Weib!“ anhörte 🙂 . Hühner-Watching kann ziemlich interessant sein.

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    • Flohnmobil 25. Juli 2013 um 15:09

      Hallo Spottdrossel, herzlich willkommen im Flohnmobil!
      Ich komme auch langsam dahinter, dass das Gegacker verschiedene Nuancen hat. Noch fehlt es mir etwas an der Praxis, aber sollte ich noch länger in Schweden Hühner hüten, werde ich bald mitgackern können. Das mit den Eier legen hingegen dürfte schwieriger werden… 😉
      Grüessli
      Bea

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  3. Pingback: Das Hühnerdesaster | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

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