Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Gäste und Gäste

Bei den Leuten, die wir zu uns nach Hause einladen, unterscheiden wir grundsätzlich zwei Kategorien: Die Schuh-Abzieher und die Nicht-Schuh-Abzieher.

Während die Schuh-Abzieher teilweise noch vor der Wohnungstüre an ihren Schuhen nesteln, treten die Nicht-Schuh-Abzieher ungeniert über die Matte. Wohl sind unsere Freunde und Bekannten in der Regel von tadellosem Leumund, doch den Nicht-Schuh-Abziehern kommt es noch nicht mal in den Sinn, sie könnten die Schuhe abziehen, damit der Gastgeber nach ihrer Abgang nicht als Erstes den Staubsauger zücken muss. Um die Nicht-Schuh-Abzieher nicht in Verlegenheit zu bringen, beharren wir nie darauf, dass sie bei uns in den Socken rumlaufen.

Viele der Schuh-Abzieher dagegen ziehen nicht nur ihre Strassenschuhe aus, nein, sie schlüpfen sogleich in ein anders Paar, nämlich ihre mitgebrachten Hausschuhe. Wir machen das übrigens selber auch so. Mein innig geliebter Mitbewohner und ich haben immer Hausschuhe dabei, wenn wir auf Besuch gehen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass sich unsere Füsse in Hausschuhen (auf Schweizerdeutsch nennt sich das „Finke“, was wiederum nichts mit einem Piepmatz zu tun hat), wohler fühlen, sondern auch, dass wir nicht so modisch-chic daherkommen, dass unser Outfit ab dem häuslichen Schuhwerk allzu arg in Mitleidenschaft gezogen würde.

Ich habe mal gelesen, dass es das Oberstierste, Bünzlihafteste, Spiesserischste sein soll, wenn man mit Hausschuhen einfährt. Mir ist das Wurscht. Um solche Stilregeln irgendwelcher selbsternannter Ikonen habe ich mich schon immer einen Deut geschert.

Zu welcher Gattung gehört ihr?

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7 Antworten zu “Gäste und Gäste

  1. schreibschaukel 29. Juni 2013 um 20:24

    Am liebsten bleibe ich zu Hause und höre den Finken draussen zu. Ausser, wenn ich netten Besuch habe; dann höre ich natürlich diesem zu. 🙂

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  2. runningtom 29. Juni 2013 um 21:48

    Ich hätte da noch eine Variante: Nämlich mehrere Paare Hauschuhe (Finken) vor oder gleich beim Eingang platzieren. Sollte das noch nicht reichen, kann man den verwunderten Gästen ja gleich noch eine Geschichte dazu erzählen. Angeblich soll das in Japan so Sitte sein. Ich kann das nicht selber beurteilen, weil ich noch nie so weit gereist bin. Einer Bekannten von mir hab ich das allerdings auf’s Wort abgenommen, weil ich weiss dass sie sehr mit fernöstlichen Gepflogenheiten vertraut ist.
    Ich selber laufe übrigens immer ohne Socken rum. Barfusslaufen soll sehr gesund sein. Natürlich mache ich das nicht auswärts wenn ich zu Besuch bin.

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    • Flohnmobil 29. Juni 2013 um 22:08

      Ohne Socken bin ich nur im Sommer unterwegs. Als absolutes Gfrüürfüdli vertrage ich keine kalten Füsse.
      Und Gästefinken haben wir tatsächlich im Schuhschrank. Universalgrösse 35 bis 45.

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  3. Severin 2. Juli 2013 um 09:53

    In Japan hats einen Eingangsbereich in dem man die Schuhe ausziehen kann, danach kommt eine ca 20cm hohe Schwelle damit garantiert jeder schnallt dass er sich vorher noch seiner Schuhe entledigen muss. Danach gehts in Socken weiter (das läuft auch in Restaurants so einfach mit abschliessbaren Kästchen). Dank Tatami-Matten bleiben die Füsse warm unter dem Tisch werden die dann sowieso beheizt. Und wenn man sich zur Toilette begibt warten da WC-Pantoffeln auf einen. Ja nicht vergessen diese abzuziehen, der Brüller am Esstisch ist sonst garantiert.

    Bevor ich nach Japan reiste war Schuhe ausziehen schon klar. Socken habe noch immer gereicht ausser der Steinboden war eiskalt.

    Severin

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  4. Michael 4. Juli 2013 um 10:21

    Wenn ich eher „fremd“ bin und nur kurz oder gar zufällig hereinschaue, bleiben die Schuhe da, wo Sie hingehören : Am Fuß.
    Bei guten Freunden, der Familie oder länger geplanten Zusammentreffen ( Silvester etc ) habe ich gelegentlich eigene Hausschuhe dabei, vor allem wenn Fliesenboden verlegt ist.

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