Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Einmal tief Luft holen

Ich gehe die letzten Stufen hoch. Die letzten Sekunden für mich allein, meine Gedanken. Mein innig geliebter Mitbewohner streckt bereits seinen Finger der Klingel entgegen. Höchste Zeit für mich, eine andere Miene aufzusetzen. Gute Miene zu bösem Spiel.

Der Schlüssel dreht sich im Schloss, und da ertönt sie auch schon, ihre Stimme. Ein seltsames Gemisch aus schrill, piepsend, krächzend. Es tut weh in meinen Ohren. Aber ich werde sie in den nächsten paar Stunden ertragen müssen. Genauso wie die immer gleichen Gespräche. Zuerst über das allgemeine Befinden, dann über Geld. Es folgen alte Geschichten, die ich schon zig Mal gehört habe und die mir, wenn sie zur Pointe Luft holt, ein gequältes Lachen abringen. Dann steht wieder Geld im Mittelpunkt. Und Erben. Und wieder die alten Zeiten. Ich beisse mich durch, mache alles mit, doch nach ein paar Stunden ist das Fassungsvermögen meiner Ohren erschöpft.

Meine Gefühle für meine Schwägerin werden nie in den Himmel wachsen.

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9 Antworten zu “Einmal tief Luft holen

  1. pixelspielerei 28. Juni 2013 um 11:13

    Oh ja, es gibt Menschen, die man wirklich nur sehr schwer ertragen kann. Aber was tut man nicht alles für den lieben (Familien-)Frieden …

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  2. Brigitte 28. Juni 2013 um 19:01

    Ich denke, dass du dich heldinnenhaft geschlagen hast! und was dich bekanntlich nicht umbringt macht dich noch stärker 😉
    Wünsche dir einen wunderbar entspannten Abend
    bbbbb

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  3. Silberdistel 28. Juni 2013 um 19:08

    Manche Dinge muss man halt einfach nur durchstehen. Aber dafür hast Du einen tollen Baum fotografiert. Der sollte doch ein wenig trösten und ablenken 😉

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    • Flohnmobil 29. Juni 2013 um 12:27

      Das Witzige an diesem Bild ist einmal mehr, dass mir erst auf der Suche nach einem passenden Bild zu diesem Beitrag eine Pointe eingefallen ist. Der Baum steht übrigens in Südengland. Ich kann mich also nicht tröstend an ihn wenden.

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  4. menzeline 29. Juni 2013 um 09:33

    Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, leider. Ob ich das durchgestanden hätte, bezweifele ich, daher mein Kompliment an Sie, dass Sie das so tapfer durch gestanden haben.
    Ich hoffe für Sie, dass Sie diese Besucherin nicht zu oft ertragen müssen.

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