Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Öfters mal Panne (23)

… oder: Trinkwasser beschaffen mal anders

Wir hatten unser Wohnmobil noch nicht lange und vermutlich war es das erste richtige Unwetter, das uns als neue Wohnmobil-Besitzer im Zillertal ereilte. Mit knapper Not und einigen Zwischenspurts hatten wir es geschafft, uns trocken ins Womi zu retten. Dann richteten wir es uns gemütlich ein. Sofern man von gemütlich reden kann, wenn der Regen derart laut aufs Dach prasselt, dass man sein eigenes Wort kaum mehr versteht. Damals hatten wir noch kein Sat-TV, sonst hätten wir sicher exakt an jenem Abend erfahren, dass man bei starkem Regen keinen Empfang mehr hat. Aber uns sollten bald andere Probleme beschäftigen, die jede Sorge um ein allfälliges TV-Programm hätten vergessen lassen.

Plötzlich hörten wir ein Tropfen, das nichts mit dem Prasseln der Regenschauer gemein hatte, sondern eindeutig im Fahrzeuginnern über die Bühne gehen musste. Grossalarm! Nach der Quelle des Übels mussten wir nicht lange suchen: Es tropfte munter vom Dampfabzug auf den Gasherd runter. Alles, was wir vorläufig tun konnten, war ein Gefäss unterstellen, damit sich das Wasser nicht weiter ins Womi ergoss. Mit einem etwas mulmigen Gefühl gingen wir schliesslich zu Bett, um mitten in der Nacht die bereits halbvolle Pfanne einmal zu leeren.

Am nächsten Morgen begutachtete mein innig geliebter Mitreisender bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein die Schadensszenerie. Das Wasser konnte nach Adam Riese nur durch die Lüftungsöffnung des Dampfabzugs reingekommen sein. Wenn nicht – dann hatten wir ein gröberes Problem.

Ein paar Tage später standen wir in der Werkstatt der Womi-Vertretung. Nicht nur aber auch wegen unserer Sprinkleranlage. Darauf angesprochen meinte der Mechaniker lakonisch: „Ja, das wissen wir, das ist eine Schwachstelle von Knaus. Wenn es heftig und von der richtigen Seite her regnet, tropft es halt durch das Lüftungsgitter rein. Sie können das Gitter abkleben, dann haben Sie Ruhe.“

Ruhe! Pah, da kannte der Mechaniker aber den Mitreisenden schlecht. Sehr schlecht. Dieser hatte nämlich – wie immer, wenn bei einem seiner Fahrzeuge ein Problem auftrat – gerade eben keine Ruhe, sondern längst und intensiv über einer möglichen Lösung gebrütet. Diese bestand darin, eine passende Plastikdose zu finden, ihr den Boden rauszuschneiden und aufzukleben. Tönt banal. War aber sehr effizient, sieht man mal davon ab, dass wir im Verlauf der Jahre mehr als ein Plastikdöschen verschleissten.

Die Sprinkler-Anlage setzte sich nie mehr in Gang. Und was die Trinkwasser-Versorgung betrifft, zu diesem Zwecke hatten die Konstrukteure schliesslich einen Wassertank vorgesehen. Und dessen Einfüllstutzen befand sich ganz wo anders.

Nicht wirklich schön, aber effizient: Unser „Vorbau“ am Lüftungsgitter.

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4 Antworten zu “Öfters mal Panne (23)

  1. pixelspielerei 10. Mai 2013 um 23:44

    Ich finde die Lösung total raffiniert: Der eigentliche Sinn wird nicht blockiert und ihr könnt zukünftig trockenen Fußes versuchen, Euch trotz der Wetter-Geräusche zu unterhalten. Davon abgesehen sieht es doch pfiffig aus! Alles gut! 😉

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  2. menzeline 11. Mai 2013 um 11:30

    Na, so unschön sieht es doch gar nicht aus, Hauptsache ist doch, dass es eben nicht mehr rein regnet. Ihr lieber Mitreisender ist äußerst praktisch veranlagt. Finde ich toll.

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