Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Trockengelegt

Pünktlich zur vereinbarten Zeit stand er mit Sack und Pack unter der Türe. Ich liess ihn herein, denn schliesslich hatte ich ihn ausdrücklich hierher bestellt. Der Handwerker sollte bei uns im Bad die in die Jahre gekommenen Wasserhähne ersetzen.

„Ich muss dann das Wasser abstellen“, warnte er mich vor. „Kein Problem“, entgegnete ich ihm, „ich lasse in der Küche das Spülbecken volllaufen, das passt schon.“ Gesagt getan. Er machte sich an die Arbeit und ich setzte mein angefangenes Werk in der Küche fort. Ich hatte mir vorgenommen, schon in den Morgenstunden so viel wie möglich vorzubereiten für die anstehende Einladung heute Abend. Den Teigboden für den Kuchen kriegte ich noch problemlos hin, meine teigbekleckerten Finger badete ich im Spülbecken.

Dann kam ich bereits etwas ins Rotieren. Die Rhabarberstängel in der gleichen Brühe waschen? Ich beschloss: Ja, wieso nicht, am Ende landet eh alles im gleichen Kuchen (hoffentlich liest mein Besuch diesen Blog erst, nachdem er wieder gegangen ist…). Nächste Hürde: Für das Rhabarberkompott brauchte ich ein paar Esslöffel Wasser. Ich griff zum eisernen Notvorrat in Form der Mineralwasserflasche. Während ich im Kompott rührte, überlegte ich, was ich als nächstes machen könnte. Die Vorspeise fiel durch die Maschen, das ging nicht ohne Wasser und ständig in den Keller runter sausen, zum Wasser holen – bei aller Begeisterung fürs Kochen….

Aha, da stand ja noch ein Ständer voller Wäsche! Doch auch dieses Werk würde ich nicht vollenden können. Denn da hing noch einiges zum Bügeln an den Leinen. Und was sollte ich ins Bügeleisen einfüllen. Weisswein, Orangensaft, Milch?

Staubsaugen? Das geht zwar langfristig gesehen sogar besser ohne Wasser, aber eigentlich wollte ich das erst machen, wenn der Handwerker wieder abgezogen war. Zeitung lesen? Da wär eine Tasse Kaffee nett dazu.

Ich resignierte, hockte mich vor den PC und schrieb diesen Blog. Sollte er etwas trocken daher kommen – ihr kennt den Grund.

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6 Antworten zu “Trockengelegt

  1. notiznagel 26. April 2013 um 16:52

    Wasser ist wie Strom, wenn eines der Beiden fehlt, dann wird bewusst wie abhängig wir geworden sind.

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  2. meineschreibblockadeundich 27. April 2013 um 18:04

    Tja, kaum ist etwas nicht zu haben, wird es so richtig interessant 😉 ! Schön, dass wir auf diese Weise etwas zu schmunzeln bekommen haben. Und bis zum Besuch scheint ja alles gelaufen zu sein.

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