Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Öfters mal Panne (18)

… oder: Der Sprung in der Schüssel

Es bedurfte eines scharfen Auges, um das Malheur zu entdecken. Wie hatte das bloss passieren können? Da war doch gestern noch nichts? Und überhaupt, das Wohnmobil war keine drei Monate alt!

Aber der Riss war da. Und so ein Riss ist grundsätzlich unpraktisch. Erst recht, wenn er im Waschbecken der Womi-Nasszelle ist. Dass wir davon ausgehen konnten, dass der Schaden auf Garantie geflickt werden würde, vermochte uns nur ansatzweise zu trösten, war doch so ein Garantiefall immer mit Aufwendungen verbunden, für die der Hersteller nicht aufkam.

In unserem Fall hiess das: In die Werkstatt fahren, Schaden begutachten lassen („hatten wir noch nie“), Womi stehen lassen, mit dem ÖV heim. Tage später mit dem ÖV anreisen, das Womi samt dem von unten zugekleisterten Waschbecken (und diverser anderer auf Garantie behobener Mängel) wieder in Empfang nehmen.

Mit leicht mulmigem Gefühl benutzten wir auf der folgenden sechswöchigen Reise das behelfsmässig geflickte Waschbecken. Das neue Teil musste nämlich in Slowenien bestellt werden und traf erst ein, als wir schon wieder unterwegs waren. So wurde es Herbst, bis unser Womi zu seinem neuen Waschbecken kam. Ich will gar nicht wissen, wie oft und heftig der Handwerker fluchte, bis er das neue Ding wieder eingebaut hatte. Wirklich viel Platz war da nämlich nicht in unserem Womi-Bad.

Weil die Tage schon ziemlich kurz waren und wir bekanntlich kein Wintercamping betreiben, schickten wir unser Womi mitsamt dem nigel-nagel-neuen Waschbecken in den Winterschlaf.

Weitere acht Monate vergingen, bevor mein scharfes Äuglein irgendwo in Slowakien am Waschbecken beim Auslauf etwas entdeckte, das dort definitiv nicht hin gehörte. Doch nicht etwa schon wieder …! Ich machte das, was ich in solchen und ähnlichen Fällen immer tue: Ich liess die Finger davon und konsultierte meinen innig geliebten Mitreisenden. Auch dieser platzte nicht gerade vor Freude, als er sich die komischen Runzeln anschaute. Dann rieb er vorsichtig auf dem zerknitterten Etwas herum und zog ganz sanft aber beharrlich die Schutzfolie ab, die der Handwerker nicht entfernt hatte. Diese Plastikfolie hatte sich so perfekt ans Waschbecken angeschmiegt, dass sie ihre Runzeln erst nach mehrwöchigem Gebrauch an den Tag legte.

Genauso schnell wie die Runzeln aus unserem Waschbecken entschwanden, verflüchtigten sich für einmal auch die Sorgenfalten auf unserer Stirn.

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6 Antworten zu “Öfters mal Panne (18)

  1. Brigitte 25. März 2013 um 18:46

    Ende gut – alles besser! Wir hatten auch einmal eine undichte Abdichtung in der Dusche…. und haben es nicht sofort bemerkt…. mein Lieblingsbauer hatte auch schön gerunzelt… aber es konnte alles noch rechtzeitig saniert werden – zum Glück!!
    Wünsche dir einen sorgenfaltenfreien Feierabend
    Brigitte

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  2. pixelspielerei 25. März 2013 um 20:29

    Schreck lass nach! 😉 Aber das hat er ja dann zum Glück auch schnell!

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  3. runningtom 25. März 2013 um 22:51

    Wenn sich alle Runzeln so einfach entfernen liessen 😉
    Aber nein… dann bekämen ja die Manager der Firmen die Faltencremes produzieren runzeln…

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