Flohnmobil – im Alltag unterwegs

Reiseberichte und Anekdoten. Alltagskram im Lande Balkonien.

Der Känguru-Kaktus

Der Titel dieses Blogs mag einem veritablen Kakteen-Freund ein müdes Lächeln entlocken. Denn a) ist ihm bekannt, dass in Australien gar keine Kakteen wachsen und b) weiss er haargenau, dass es keinen Kaktus dieses Namens gibt.

Wirklich nicht? Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich habe es nämlich geschafft, einem Kaktus Hüpfer beizubringen, ab denen jedes Känguru vor Neid erblasst wäre.

Auf unserer 15-monatigen Reise durch den Roten Kontinent hatten wir einen kleinen Mamillaria-Kaktus als „Haustier“ dabei. Erstanden hatten wir ihn in einem Gartencenter, wo wir ihm auch gleich einen grösseren Topf kauften, der seiner damaligen Erscheinung würdig war. Der Kaktus reiste im Wohnmobil mit und wurde regelmässig an die frische Luft gesetzt, damit er ein Sonnenbad nehmen konnte. Man könnte durchaus behaupten, dass er einigermassen verhätschelt war. Wenn da nicht gewisse Zwischenfälle gewesen wären.

Der Kaktus ging nämlich manchmal bei der Abfahrt vergessen. Dann machte er sich beim ersten Bremsmanöver selbständig und landete unsanft auf dem Womi-Boden. Normalerweise stellten wir ihn in einer Pfanne in den Spültrog, damit er nirgendwohin purzeln konnte. Dort war er vor normalgrossen Schlaglöchern und engen Kurven (die es in Australien wesentlich weniger häufig gibt als Schlaglöcher) sicher. Einmal war jedoch diese Sicherheitsmassnahme entschieden zu knapp bemessen, aber bei jenem Schlagloch hätte bestenfalls der Aufenthalt in einem Tresor den armen Kaktus vor einem Ausflug auf den Boden bewahren können. Das hätte ihn zwar vor dem abrupten Austopfen bewahrt, dafür hätte er mit Sicherheit einen Dachschaden davongetragen.

Dass er KEINEN Dachschaden erlitten hat, beweist das Bild. Ich brachte es nämlich am Ende der langen Reise nicht übers Herz, den Kaktus auzusetzen (selten hätte zwar dieses Wort besser zugetroffen), sondern schmuggelte ihn in einer halben PET-Flasche nach Hause. Dort erwartete ihn ein ruhigeres Leben, das er mir seither alljährlich mit unzähligen gelben Blüten dankt. Aus den ehemals zwei Trieben sind mittlerweile – nein, ich mag sie nicht zählen, hab nachher immer Stacheln an den Fingern. Über mangelnde Pflege kann sich der Kaktus nicht beklagen. Allenfalls muss ich den Vorwurf gelten lassen, dass das Klima in Australien grundsätzlich viel kaktus-freundlicher ist als hierzulande. Vor allem in diesen Tagen.

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2 Antworten zu “Der Känguru-Kaktus

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